Christchurch, Stadt der Blumen und des Regens

An vier verschiedenen Tagen innerhalb von drei Wochen waren wir in Christchurch, an allen hat es geregnet. Bei unser Ankunft kommen wir in nachts bei strömendem Regen an, und gehen direkt in’s Hotel, das kein Fenster hat, dafür aber ein angeblich gesundes Lichtkonzept. Man kann die Farbe selber einstellen und sich morgens von einer tageslicht-hellen Lampe wecken lassen, die sich innerhalb von einer Viertelstunde mit rosa gefärbten Sonnenaufgang langsam hochdimmt. Bei dem schlechten Wetter war das wahrscheinlich die bessere Wahl ;-). Als wir etwa eine Woche später hier den nächsten Camper abholen, regnet es wieder in Strömen. Wir bleiben trotzdem eine Nacht, ein bisschen wollen wir ja noch von Christchurch sehen. Am nächsten Tag – einmal dürft Ihr raten – es regnet wieder. Auch als wir nach weiteren zwei Wochen den Camper wieder abgeben, kaum nähern wir uns Christchurch, sofort fängt es wieder an zu regnen. Doch nun genug gelästert, uninteressant ist Christchurch nicht, ein Must, wie die offizielle Tourismus-Webseite von Christchurch sagt, jedoch auch nicht.

Stadt der Blumen

Trotz der für uns bitteren Kälte und des schlechten Wetters sehen wir gleich überall blühende Bäume in den Gärten. Es ist Frühling und jedes Haus hat vor Gesundheit nur so strotzende Magnolien und Rhododendren und noch jede Menge andere wahrscheinlich endemische Pflanzen.

Magnolie in einem Vorgarten
Magnolie in einem Vorgarten

Im Zentrum ist ein schöner kleiner Park mit Flüsschen und Brücken. Auch hier blüht alles.

Park im Zentrum von Christchurch
Park im Zentrum von Christchurch

Traumatisiert vom Erdbeben

Am 22. Februar erschütterte ein Erdbeben Christchurch. Das Epizentrum war nur etwa 9 km vom Stadtzentrum entfernt. Mit einer Stärke von 6,3 Mw war es an sich nicht übermäßig stark, durch die Nähe des Epizentrums und die sehr geringe Tiefe von nur etwa 5 km hatte es jedoch leider eine sehr große Zerstörungskraft. Problematisch war auch, dass es sich mit 12:15 genau zur geschäftigsten Zeit ereignete. 185 Personen starben, etwa 5.900 wurden verletzt. An die Verstorbenen erinnern 185 weiße Stühle.

Wegen der großen Zerstörungskraft und sich durch das Beben ergebenden Überflutungen und Bränden wurden bis 2016 etwa 12.000 Häuser abgerissen. Auch die ChristChurch Kathedral wurde schwer beschädigt, der Turm stürzte ein.

Christchurch Cathedral
Christchurch Cathedral

Problematisch für den Wiederaufbau ist die Bodenverflüssigung, Christchurch liegt in einem Schwemmgebiet. Innerhalb von wenigen Wochen verließ etwa 1 Fünftel der Bevölkerung die Stadt, die Wirtschaft kam vollständig zum Erliegen.

Treppenrest auf Brachfläche
Treppenrest auf Brachfläche

Auch heute noch sind die Spuren des Bebens überall zu erkennen. Selbst im Zentrum gibt es Unmengen von freien Flächen oder unbewohnten noch nicht abgerissenen Häusern.

Streetart als Therapie

Durch die große Anzahl an nun freistehenden Flächen animiert, entstand eine lebendige Street Art Szene in Christchurch. Die Bilder wurden teils ohne teils mit Genehmigung erstellt. Viele davon sind toll und sicher tragen sie dazu bei, dass das durch die vielen zerstörten Gebäude und freien Flächen trostlose Stadtbild etwas erträglicher wurde.

Streetart in Christchurch

Streetart in Christchurch

Streetart in Christchurch
Streetart in Christchurch

Start der Südinsel-Tour

Jetzt starten wir endlich mit der Camper-Tour der Südinsel. Da der Wetterbericht für die nächsten zwei Tage wenig vielversprechend ist, fahren wir nach Hanmar Springs. Wie der Name sagt, gibt es hier Quellen und da diese warm sind, ist das genau das richtige für das weniger gute Wetter. Campen kann man sehr gut im Alpine Holiday Apartments & Campground, die Besitzerin Lee war supernett. Schön sind auch die Thermal Pools and Spa.

Wie geht es weiter

Nach zwei Tagen wird es schön und wir fahren nach Kaikoura, hier gibt es Wale Watching Touren. Mehr dazu schreiben wir hier.

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