Kurzbesuch in Bali

Unser Aufenthalt war nur kurz, wir hatten uns eigentlich überlegt, Bali für den nächsten Indonesien-Urlaub aufzuheben, da wir vermuten, dass es sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht sehr verändern wird – die Tourismusinfrastruktur ist hier schon seit einigen Jahrzehnten weit entwickelt.

Dann haben wir uns doch spontan entschlossen, auch weil viele Leute, die wir getroffen haben, einfach positiv über Bali erzählt hatten, von Pemo/Ende auf Flores nach Bali zu fliegen. Dies haben wir wohl auch gemacht, um nach den ganzen Natur-Abenteuern in Ubud mal wieder den Fokus auf Kultur zu legen, was eignet sich da besser als die Hochburg der balinesischen Kultur – es hat sich gelohnt. Bali ist wieder ganz anders als der Rest von Indonesien, generell ist das faszinierende an Indonesien, dass jede Region wirklich eine komplett eigenständige Kultur und Landschaft hat.

Ubud

Die Stadt im zentralen Süden von Bali hat uns gleich begeistert, von den beiden Hauptstraßen, in denen der Verkehr kreisförmig verläuft, zweigen nach links und rechts die Familienareale ab. Diese bestehen aus etwa fünf bis zehn Häusern, welche von Familienmitgliedern bewohnt werden. In der Mitte dieses Ensembles ist immer ein Familientempel, der meistens über die Generationen wunderbar aufgebaut und erweitert wurde. Diese Mikro-Gemeinden sind eine Oase der Ruhe und Schönheit in dem verkehrstechnisch in der Hauptsaison total überforderten Ubud.

Unvermittelt entdeckt man immer wieder tolle Stellen, wunderbare kleine Gärten, Gebäude, alles mit einem total sicheren Gespür für Harmonie, Schönheit und Ruhe gebaut oder zusammengestellt. Schön ist beispielsweise diese Stelle am Fluss nicht weit vom Ubud-Palast.

Ubud, Cafe und Massagestudio am Fluss

Ubud, schönes Cafe und Massagestudio am Fluss

Balis Hauptstadt der Kunst

Da die Familienbezirke so wunderschön waren und auch weil viele Geschäfte und Restaurants in Ubud ein fantastisches Gespür für Design und Einrichtung haben, waren unsere Erwartungen an die Kunstmuseen hoch. Wie es dann oft ist, wurden diese hohen Erwartungen dann etwas enttäuscht.  Wir haben zwei Museen besucht, hier ein kurzer Eindruck.

Don Antonio Blanco Museum

Eine herbe Enttäuschung, verzeiht mir die gleich folgende Polemik, eventuell erkenne ich nicht die künstlerische Bedeutung von Antonio Blanco. Das Gebäude des Don Antonio Blanco Museums ist kitschig, der Garten jedoch sehr schön.

Garten des Don Antonio Blanco Museums
Garten des Don Antonio Blanco Museums

Mich macht es etwas stutzig, wenn ein Künstler sich selber ein Museum baut, der Verdacht kommt auf, dass andere Galerien, Museen die Gemälde nicht für ausstellenswert hielten. Das ist tragisch, unter den Sammlern befinden sich so kunstbeflissene Personen wie Ingrid Bergman, die mexikanische Telenovela Queen Thalia (Ariadna Thalia Sodi Miranda), Michael Jackson… zugegebenermaßen weiß ich nichts über deren Kunstkenntnis, ich mag diesen Personen Unrecht tun, aber mich haben die etwa 300 Bilder, die alle das gleiche Thema haben – balinesische Frauen mit blanken Brüsten – einfach nicht begeistert.

Puri Lukisan Museum

Dieses Museum, das älteste Kunstmuseum auf Bali, hat mir besser gefallen. Hier gibt es ein Konzept, man sieht Werke indonesischer Künstler bis in die Gegenwart, darunter auch Werke des bekanntesten balinesischen Künstlers I Gusti Nyoman Lempad sowie die Einflüsse der beiden europäischen Künstler Rudolf Bonnet und Walter Spiess, die sich von 1920 bis in die 50’er Jahre in Bali aufgehalten haben. Gegründet wurde das Museum von Tjokorda Gde Agung Sukawati dem Präsidenten von Ost-Indonesien bis zu dessen Integration in Gesamt-Indonesien und Rolf Bonnet. Wirklich neue Einflüsse sieht man bei den jüngsten Werken jedoch nicht. Diese sind handwerklich sehr gut, greifen im Wesentlichen jedoch traditionelle Themen und Motive auf.

Traditionelles Motiv, von mehreren Künstlern aufgegriffen
Traditionelles Motiv, von mehreren Künstlern aufgegriffen
Bestrafungen in der Hölle
Bestrafungen in der Hölle

Hier die balinesische Version von Hieronymus Bosch. Ein Man begibt sich in die Unterwelt, um seine Eltern zu suchen. Dort bestraft ein Geist, die Gestalt mit den schwarz-weiß karierten Hosen die Menschen auf die unterschiedlichtsen Arten. Ein Detail ist hier.

Unterkunft

Hierzu schreiben wir ja nur ab und an was, die beiden Unterkünfte in Ubud haben uns aber sehr gefallen, daher ein paar Zeilen, falls jemand was nettes dort sucht. Da bei unserer ersten Buchung eine Überbuchung vorlag, hatte das Hotel uns netterweise ein Upgrade für das bessere Schwesternhotel im Zentrum, das Rama Phala, gegeben. Die Zimmer jeweils eine komplette Etage größerer Bungalows, wahren sehr großzügig, der Garten sehr gepflegt und die Atmosphäre angenehm ruhig. Wer guten Hotel-Komfort in zentraler Lage sucht, ist hier gut aufgehoben.

Bei einem Spaziergang haben wir dann eine Familiensiedlung gefunden (Artini 1), die von den fünf Häusern zwei wunderschöne kleine Privathäuser (ein Zimmer und Bad) vermietet. In diese haben wir uns dann gleich verliebt und zwei Tage dort verbracht. Von außen sahen die Häuser aus wie kleine Paläste.

Unser kleiner Palast in Ubud
Unser kleiner Palast in Ubud

Amed

Bevor wir in Yogyakarta und insbesondere in Japan uns in die großen Städte und die Kultur stürzen, wollten wir auf jeden Fall noch einmal an den Strand. Unsere Wahl fiel auf Amed, da man dort gut schnorcheln und tauchen können soll. Dem war auch so.

Fisch im Meer bei Tulamben, The Wall
Fisch im Meer bei Tulamben, The Wall

Die drei Tage waren entspannt, das Mini-Resort lag direkt am Strand, Schnorcheln und Tauchen waren toll und für mich das Sahnehäubchen: die Jungs aus Amed haben von 5-7 Uhr abends immer Volleyball gespielt und waren wirklich gut. Mehr über die Tauch- und Schnorchelmöglichkeiten findet ihr hier.

Blick von unserem Balkon
Blick von unserem Balkon

 

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