Etappe 1 der großen Mekongtour – der Norden

Das Ziel, irgendwann mal den Mekong von möglichst weit oben möglichst viel herunterzufahren, hatten wir bereits seit 2008 als wir mal eine Mekong-Delta-Tour in Vietnam gemacht hatten. Nun sollte es so weit sein. Wir hatten uns entschlossen, im Norden von Laos anzufangen, da wegen unser langen Reisedauer ein chinesisches Visum komplex geworden wäre. Auch gibt es im chinesischen Teil des Mekongs mittlerweile viele Dämme, die die Schifffahrt behindern.

Einreise nach Laos

Die Einreise soll früher komplex gewesen sein, mittlerweile ist sie das nicht mehr, seit die Freundschaftsbrücke zwischen Chiang Khong und Huay Xai Existiert. Man kann direkt von Chang Rai ein Busticket kaufen, der Bus fährt erst zur thailändischen Grenze, wo man sich den Ausreisestempel abholt und bringt einen dann über die Brücke zur laotischen Grenze, diese überquert man zu Fuß, die Kontrolle war effizient und man bekommt ein Visum on Arrival (Schweizer zahlen nichts, Deutsche 30$, Italiener, Franzosen etwas mehr, warum auch immer). Von der Grenze nach Huay Xai nimmt man am besten ein Sammeltaxi, hier muss man etwas verhandeln, aber auch das ist problemlos. Die Bustickets kosten 220 THB und alles hat gut geklappt.

Huay Xai ist keine Schönheit, die meisten Leute bleiben wie wir hier nur einen Tag, es ist aber ganz ok und es gibt genügend Unterkünfte

Zwei-Tagestour mit der Nagi of Mekong

Die Qual der Wahl – welche Tour soll es denn sein

Wenn wir mal Speedboats außen vorlassen, gibt es drei Varianten von hier per Boot nach Luang Prabang zu kommen, in der Regel dauern alle 2 Tage und man macht einen Stop in Pak Bang.

  • „Economy“ per public boat, das früh morgens ablegt. Es sind die typischen laotischen traditionellen Flussboote, als Sitze dienen ausgediente Autositze, die Bestuhlung ist eng, stellenweise ist man mit 70, 80 Leuten an Bord. Es gilt „first come first serve“ wer zu spät kommt, sitzt direkt neben den Motoren. Wir hatten unsere Basic-Erfahrung ja bereits auf unser Reise von Lombok nach Flores. Auch diese Tour macht bestimmt Spaß und man lernt sicher viele Leute kennen. Wer sich hierfür entscheidet: unbedingt Wasser und was zu essen mitnehmen. Auch wenn es ein Public Boat ist, so sind die Reisenden überwiegend Touristen, da die Laoten mittlerweile lieber den viel schnelleren Bus nehmen. Der Preis ist knapp 30 $.
  • „First Class“ in Form einer organisierten Kreuzfahrt, die mit über 500 $ in der Hauptsaison mehr als das 15-fache kostet. Das war nicht unser Fall.
  • „Business Class“: man fährt auf den gleichen Booten wie in der „Economy“ die Passagiere sind auf maximal 25 begrenzt, es gibt zu essen und zu trinken an Bord, man macht drei kleine Exkursionen, hat einen Guide und das Hotel in Pak Bang ist ebenfalls im Preis enthalten. Hier ist der Preis etwa drei mal so hoch, wenn man das Hotel abzieht, man bekommt aber auch einiges mehr – wir haben uns hierfür entschieden. Es gibt auch hier ein paar Anbieter (z. B. Nagi of Mekong, oder Mekong Smile Cruise)
Die Nagi of Mekong
Die Nagi of Mekong

Unser Boot

Die Entscheidung haben wir nicht bereut. Aufmerksam geworden sind wir auf die Nagi of Mekong durch einen schönen Reisebericht 2015 in der Süddeutschen Zeitung. Wir waren nur zu 12 plus die Crew, die aus dem Kapitän und seiner Frau bestand, sowie dem Guide – es war also reichlich Platz. Vorne konnte man auf zwei Liegen entspannen und wir hatten vier Sitze plus Tisch für uns.

Wir hatten viel Platz an Bord
Wir hatten viel Platz an Bord

Bevor es losgeht, wird wie in Thailand erst einmal geopfert, damit auf der Fahrt nichts passiert.

Opfergabe vor dem Ablegen
Opfergabe vor dem Ablegen

Die Frau des Kapitäns ist erster Offizier, Rangierer und Koch in einer Person, wir legen ab und kurz darauf gibt es ein wirklich gutes Mittagessen.

Der große Fluss

Der Mekong ist hier wunderschön, noch eng, links und rechts Berge, im Fluss viele Felsen. Es soll Jahre dauern, bis ein Kapitän hier sicher fahren kann. Die Strömung ist stark, öfter gibt es starke Strudel, meist ist an dieser Stelle unter dem Strudel ein Felsen in geringer Tiefe, eine Betonnung gibt es nicht, oder halt, am Ende doch, mit Seilen an kritischen Stellen festgebundene Plastikflaschen warnen manchmal vor den Gefahren.

Der Mekong im Norden von Laos
Der Mekong im Norden von Laos
Felsen und Strudel machen die Fahrt risikoreich
Felsen und Strudel machen die Fahrt risikoreich

Die Geschwindigkeit ist toll, nicht so wie bei Speedboats, wo man immer damit beschäftigt ist, sich irgendwie festzuhalten. Wir beobachten Fischer beim Auswerfen der Netze,

Die Landschaft oder unterhalten uns mit den anderen Mitfahrern. Der Zufall hat es so gewollt, dass wir ein fast komplett italienisches Boot sind, zwei der Italiener sind wirklich sympathisch, mit ihnen werden wir auch in Luang Prabang etwas zusammen machen. Daneben ist noch ein schottisches Pärchen an Bord und ein Amerikaner, etwa 60 Jahre, der aussieht wie ein Navy Seal oder Wrestler im Ruhestand – er ist jedoch Buddhist und unterrichtet die nächsten 6 Monate Englisch in Luang Prabang.

Zu Besuch in einem Fischer-Dorf

Wir halten und besuchen ein kleines Dorf. Verglichen mit Pemo in Indonesien ist es etwas größer aber in etwa vergleichbar. Die Häuser sind hier typische Pfahlbauten, die meisten Erwachsenen sind draußen auf den Feldern, sodass wir hauptsächlich Kinder, alte Leute oder junge Mütter sehen.

Spielplatz Mekong
Spielplatz Mekong

Ankunft in Pak Bang

Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir nach etwa 150 Km in Pak Bang an. Die Schifffahrt ist in diesem Abschnitt gefährlich, bei Dunkelheit will keiner fahren.  Das Hotel ist schön, alles aus Holz mit großen Fenstern mit direktem Blick auf den Mekong. Auch Pak Bang lebt vom Ein-Tages-Tourismus, ein Mitreisender muss hier spntan an den Film „und ewig grüßt das Murmeltier“ denken.

Der zweite Tag

Gleich nach dem Frühstück geht es weiter. Die Landschaft ändert sich, die Felsen werden höher, stellenweise sind es Karstfelsen wie im Süden von Thailand.

Karstfelsen am Uferrand
Karstfelsen am Uferrand

Wir halten in einem weiteren Dorf, dieses mal sind es im Wesentlichen Hmong, die hier leben. Die Hmong kommen ursprünglich aus den Bergen, daher bauen sie ihre Häuser nicht auf Pfählen. Dieser Ort ist etwas größer.

Antonella mit Gang
Antonella mit Gang

Pak Ou Höhle

In einem der Karstfelsen ist eine Höhle, mehrere Boote halten hier bereits. Es ist die Pak Ou-Höhle, die ebenfalls ein buddhistischer Tempel ist. In der Höhle sind hunderte Buddha-Figuren.

Pak Ou Höhle bei Luang Prabang
Pak Ou Höhle bei Luang Prabang
Im Inneren sind hunderte Buddha-Figuren in allen Größen
Im Inneren sind hunderte Buddha-Figuren in allen Größen

Wie macht man Lao Whiskey

Nicht weit von Pak Ou ist eine Schnaps-Brennerei. Der kleine Ort hat sich komplett auf den Tourismus eingestellt. Der Reisschnaps schmeckt wirklich gut.

Wir brennen selber
Wir brennen selber

Ankunft in Luang Prabang

Etwa 25 km nach der Pak Ou-Höhle erreichen wir unser Ziel, Luang Prabang. Wir haben heute 180 und insgesamt etwa 330 Km auf dem Mekong zurückgelegt. Die Bootsfahrt hat wirklich Spaß gemacht, sie war sehr entspannt, die Leute teilweise sehr nett, das Essen super und der Mekong ist hier wirklich schön.

In Luang Prabang wollen wir etwas länger bleiben und ein Boot für die Weiterfahrt nach Vientiane suchen. Public Boats fahren leider keine mehr, da die Straßen mittlerweile gut ausgebaut sind. Lest hier, warum wir dann noch länger geblieben sind, es hat uns sehr gefallen.

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