Japan’s Süden: Kagoshima und Fukuoka

Japan’s Süden: Kagoshima und Fukuoka sind die bekannten Städte, wir wolten etwas mehr sehen. Schön ist es, aber nicht immer einfach. Hier wollen wir hin, weil wir neben der Kulturstadt Kyoto und dem Moloch Tokyo, den wir lieben, auch etwas von der berichteten tollen Natur von Japan erleben wollen. Unser Eindruck war am Ende eher zwiespältig, von allen Gegenden in Japan hat es uns hier am wenigsten gefallen, lest einfach weiter, dann wisst Ihr, warum.

Ituskushima Schrein

Auf dem Weg von Hiroshima in den Süden kommt man am Ituskushima Schrein vorbei. Der ist Weltkulturerbe und eine Tempelanlage, die so am Wasser gebaut ist, dass sie bei Flut im Wasser und bei Ebbe am Strand liegt. Diese ist wunderschön. Für den Besuch lohnt es sich, beide Gezeiten abzuwarten, da sich der Eindruck total ändert.

Ituskushima Schrein bei Ebbe
Ituskushima Schrein bei Ebbe
Ituskushima Schrein bei Flut
Ituskushima Schrein bei Flut

Japans Süden, Kagoshima

Mit einem Shinkansen ist man schnell hier. Wie üblich nehmen wir ein japanisches Business-Hotel und spielen Tetris, um im Hotel uns und die Koffer unterzubringen, was wegen der Zimmergröße von ca 10 Quadratmeter nicht einfach ist. Abgesehen von der Größe sind die Zimmer aber gut, super sauber und mit einem futuristischen WC, für dessen Studium der Gebrauchsanweisung man Stunden benötigt. Zum Glück helfen auch hier gute Piktogramme. Darüber hinaus gibt es alle Annehmlichkeiten wie Bademäntel, Slipper, Wasserkocher, … die bei uns erst ab 4* selbstverständlich sind. Kagoshima gilt als das Neapel von Japan, weil hier einer der aktivsten Vulkane ist, der Sakurajima, den wir am nächsten Tag auch besucht haben. Streng genommen hat abgesehen vom Vulkan Kagoshima ähnlich viel Gemeinsames mit Neapel wie Bielefeld mit Bangkok. Das schönste Bild von Kagoshima ist eigentlich der Cappuccino mit Comic-Milchschaum (was ja auch etwas aussagt).

Japan's Süden: Kagoshima, Cappuccino Art
Japan’s Süden: Kagoshima, Cappuccino Art

Sakurajima

Wir nehmen die Fähre, die Überfahrt ist kurz aber nett. Auf der Vulkaninsel angekommen geht das überorganisierte Tourismusprogram los, es gibt Museen, Erlebnispark etc. Wir nehmen eine Rundfahrt. Die ist an sich sehr gut, aber kaum, als der Bus losfährt, fängt es an zu regnen. Der Vulkan ist gemessen an vielen anderen Vulkanen rein optisch wenig spektakulär, er ist jedoch einer der aktivsten Vulkane Japans. Hier ein verregnetes Bild. Die Gegend ist generell eine vulkanisch sehr aktive, das Becken von Kagoshima ist der Überrest einer gigantischen Caldera.

Blick auf einen der beiden Krater des Sakurajima
Blick auf einen der beiden Krater des Sakurajima

Auf dem Rückweg wird der Regen schlimmer, wir flüchten in eine Spielhölle mit Slot Machines. Es ist infernalisch laut, das Geräusch erinnert an weißes Rauschen. Wir lösen die Mindestmenge – 1.000 Yen – ein, und bekommen 100 Münzen. Wir gewinnen und verlieren und wollen nach etwa 20 Minuten wegen der infernalischen Geräuschkulisse, die fast aggressiv macht mit gefühlt noch etwa genauso vielen Münzen gehen. Das wird komplex, da Glücksspiel nur halb legal ist und wir über eine mehrstufige Tauschkette an einer anderen Stelle den Umtausch vornehmen müssen. Draußen regnet es immer noch, aber die Spielhölle hat für Gäste Plastikregenschirme, von denen wir zwei mitnehmen, die uns dann noch eine Zeit begleiten – also haben wir doch gewonnen ;-).

Yakushima

Yakushima ist Natur-Weltkulturerbe, und deswegen wollen wir hier hin. Es gibt Dschungel, mehrere tausend Jahre alte Bäume, Strände und vermutlich auch entspannte Leute. Wir sind im August hier, der Hochsaison. Das merkt man auch an den Hotelpreisen, ausgebucht oder gesalzen. Daher entschließen wir uns einen Camper zu mieten. Das klappt auch fast, bis wir entdecken, dass weder ein deutscher noch ein internationaler Führerschein in Japan funktioniert – nein, man muss den Führerschein vorher übersetzen lassen – und das dauert ein paar Tage. Da wir unsere Ziele ja eher spontan entscheiden, klappt das trotz netter Kommunikation nicht. Nachdem ich etwas geschaut habe, ist der Grund in etwa so: es gibt ein altes Genfer Abkommen zum internationalen Führerschein, der (vermutlich wegen Genf 😉 neben der Originalsprache in Französisch übersetzt ist) und ein neues Wiener Abkommen – dem hat Deutschland zugestimmt, gemäß dem der internationale Führerschein, den auch wir haben, in ca. 5 Sprachen übersetzt ist. Wohl wegen der Situation, dass zum Zeitpunkt der Unterzeichnung dieses Abkommens die DDR noch existierte und für japanische Verhältnisse die Rechtssituation nach der Wiedervereinigung so unsicher war, wird der neue mehrsprachige internationale Führerschein nicht anerkannt (neben Deutschland gilt das für ebenso „kritische“ Länder wie die Schweiz und Frankreich). Lange Rede, kurzer Sinn, das ist ein Beispiel für die auf diesem zweiten Japanbesuch öfter wahrgenommene Unflexibilität der Japaner. Wir haben uns entschlossen, Yakushima nicht zu besuchen.

Fukiage Hama

Nachdem Yakushima nicht geklappt hatte wollten wir trotzdem auch in Japan einmal das Meer und Strände sehen. Unsere Wahl fällt auf Fukiage Hama, von der Entfernung her nicht weit. Die Fahrt dort hin mit japanischen Überlandbussen ist etwas abenteuerlich, da hier eigentlich keiner mehr englisch spricht und wir umsteigen müssen. Sie dauert ganze zwei Stunden. Der zweite Bus lässt uns mitten an der Straße raus und wir suchen den Eingang des laut Internet so tollen berühmten Strandes und Vergnügungspark. Nach einiger Zeit finden wir ihn, es gibt eine große Düne und der Strand ist groß, aber leider sehr dreckig. Da es hier Ausläufer eines Taifuns gibt, ist es auch extrem windig.

Taifun-Ausläufer am Strand von Fikiage Hama
Taifun-Ausläufer am Strand von Fikiage Hama

Auf dem Rückweg sehen wir eine Skate-Bahn und ich leihe mir ein paar Inline-Skates aus. Skaten ist hier weniger populär und so bin ich glatt eine Attraktion, da die anderen Kunden gerade eher die ersten Skate-Versuche wagen. Die Betreiberin der Skatebahn kommt extra nach draußen, um mir zuzuschauen. Der Rückweg dauert ähnlich lang. Schon interessant, dass es einfacher und fast auch schneller ist, die 500 km von Kyoto nach Tokio zu fahren als die etwa 60 km von Kagoshima nach Fukiage Hama

Fukuoka – unsere Lieblingsstadt auf Kyushu

Fukuoka ist die größte Stadt auf Kyūshū, der südlichsten der japanischen Hauptinseln. Sie liegt auf dem Weg nach Kyoto und ist unser letzter Versuch, hier im Süden Japans noch etwas Meer abzubekommen und dieser Versuch gelingt. Die Stadt ist größer als München, hat ein gutes Zentrum und wirklich einen schönen Strand, auch wenn dieser in größeren Teilen künstlich ist. Der liegt direkt am Fukuoka Tower.

Japan's Süden: Fukuoka, der Strand ist sehr schön aber künstlich
Der Strand von Fukuoka
Japan's Süden: Fukuoka Tower
Fukuoka Tower

Vom Süden in das Zentrum der japanischen Kultur

Nach diesem Ausflug in den Süden wollen wir nach Kyoto, hier hatten wir beim ersten mal zu wenig Zeit. Hier haben wir ein paar unser Eindrücke von Kyoto zusammengefasst.

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