Sydney, eine Lebensalternative

Natürlich ist Lebensqualität immer eine subjektive Sache, obwohl Unternehmensberatungen und Lifestyle-Magazine öfter versuchen, diese mit vielen Indizes (ganz beliebt ist hier z. B. Sicherheit und Kaufkraft) vermeintlich objektiv zu messen. Wie objektiv, das sieht man daran, wenn man die Reports vergleicht. Einer der bekanntesten, das Ranking von Mercer scheint jedoch unglaubwürdig. Hartnäckig hält sich hier Düsseldorf auf Platz 6, vor Sydney, vor Berlin und – am schlimmsten – vor Köln, das kann doch gar nicht sein ;-). Mir gefällt die jüngste Erhebung 2016 von Monocle gut, da ist nämlich Berlin vor den ganzen ozeanischen Städten auf dem 2. Platz. Für Antonella und mich ist die ideale Stadt verbunden mit Größe, Kultur und Wasser, am liebsten Meer, Strände und ein schöner Hafen, und hier hat Sydney wirklich viel zu bieten. Dazu kommt auch noch die offene, freundliche und humorvolle Art der Australier, für uns war Sydney sehr schön, es ist wirklich eine Lebensalternative.

Circular Qai vom Wasser aus gesehen
Circular Qai vom Wasser aus gesehen

Nach einem langen Flug von Tokyo sind wir früh in unserem Hotel angekommen. Noch Japan gewöhnt, stellten wir uns darauf ein, nur die Koffer abgeben zu können und uns erst einmal bis zum Check-In todmüde in der Stadt herumtreiben zu müssen. Zu unser Überraschung konnten wir jedoch sofort in das Zimmer, halt, es war kein Zimmer, sondern eine Wohnung mit 90 m², Küche, separates Schlafzimmer, Wohnzimmer mit 2 Sofas, noch die 10 m² Zimmer aus Japan gewöhnt, haben wir uns erst einmal verlaufen. Sehr zufrieden haben wir uns erst einmal schlafen gelegt.

Sydneys Ikonen

Der angedachte Mittagsschlaf hat dann nach dem Interkontinentalflug doch etwas länger gedauert. Jetzt waren wir aber neugierig. Unser Hotel lag zentral an der Liverpoolstreet, bestens geeignet, vieles zu Fuß zu erreichen. Man muss nur die Georgestreet runterlaufen und kommt zur Waterfront. Auf dem Weg, direkt an der George-Street liegt das Queen Victoria Building, eine Shopping Mall in viktorianischem Stil und damit eine schöne Alternative zu den unzähligen Glaskomplexen, die wir bisher gesehen haben.

Downtown Sydney in der George Street
Downtown Sydney in der George Street

Dann endlich waren wir am Circular Qai, von hier fahren alle Fähren ab und hier sieht man sie dann, die baulichen Ikonen von Sydney, links die Harbour Bridge und rechts die Sydney Opera.

Abends vor der Sydney Opera
Abends vor der Sydney Opera

 

und tags darauf von der Fähre aus
und tags darauf von der Fähre aus

Sydney Ferries und die Strände

Der Nahverkehr ist gut in Sydney, man kauft sich eine Opal-Karte, lädt diese mit Geld auf und kann dann mit Bussen, Bahnen und Fähren fahren, ohne sich Tickets kaufen zu müssen. Die Fähren waren großartig, eigentlich sind wir jeden Tag wenigstens einmal Fähre gefahren. Sehr schöne Strecken sind die folgenden.

Fähre nach Watson Bay

Eine wunderschöne Strecke, die Fähre nach Watson Bay fährt einmal um die Oper herum, hat auf diese und die Harbour Bridge eine tolle Aussicht und halt immer wieder an schönen Anlegestellen. Besonders schön am Abend kurz vor Sonnenuntergang.

Blick von der Fähre auf die Skyline von Sydney
Blick von der Fähre auf die Skyline von Sydney

Fähre nach Paramatta

Die Fähre fährt den Paramatta Fluss hoch. Bis zum Olympiazentrum benötigt sie etwa eine Stunde. Der Fluss ist breit, links und rechts sind immer kleine Häfen, an den Ufern sanfte Hügel und schöne Häuser. Man hat den Eindruck, als ob es in Sydney nur Häuser mit Seaview gibt. Von der abendlichen Sonne beschienen, leuchtete dies alles in goldgelb. Wenn man das Olympiazentrum besuchen will, muss man etwas Zeit einplanen, es liegt nicht direkt an der Anlegestelle und ist breit verstreut, wir haben es uns nicht mehr angesehen.

Manly Beach

Auch hier kommt man mit der Fähre hin, eine schöne Fahrt durch die Bucht von Sydney. Man steigt aus und geht dann etwa 10-15 Minuten gerade aus und dann ist man am Strand, so breit wie breite Ostseestrände, schöne Wellen, viele Surfer, Beachvolleyball-Felder und das alles in direkter Stadtnähe, das hat schon was. Man kann täglich Surfkurse machen, wir beobachteten einen Anfängerkurs. Wenn ich noch mal in Sydney bin, dann plane ich so einen fest ein.

Manly Beach
Manly Beach

More things to do – weitere Sehenswürdigkeiten

Möglichkeiten gibt es in Sydney reichhaltig, hier noch ein paar Sachen, die uns sehr gut gefallen haben

Royal Botanic Garden

Der Royal Botanic Garden liegt downtown zwischen Hide-Park und dem Meer. Es ist ein großes Geländer man kann wunderbar spazieren gehen oder joggen. Schön ist das Ende direkt am Meer. Während unser Zeit war hier eine Installation von Jonathan Jones, barrangal dyara (skin and bones) die sich über eine große Fläche erstreckte und an den verheerenden Brand erinnert, der 1882 das damalige Gebäude mit einer Sammlung vieler wertvoller aboriginaler Objekte vernichtete.

Austellung im Botanischen Garten
Austellung im Botanischen Garten

Art Gallery of New South Wales

Direkt beim botanischen Garten liegt die Art Gallery of New South Wales, das bedeutendste Museum von Sydney. Es hat eine sehr gute Sammlung sowohl von australischen (siehe Bild) als auch von internationalen Künstlern.

Metropolis von Rosalie Cascoigne, 1999
Metropolis von Rosalie Cascoigne, 1999

The Rocks

Rechts vom Circular Qay direkt am Hafen und dem Sydney Central Business District (CBD) liegt „The Rocks“. Diese Siedlung wurde direkt nach dem Start der Kolonialisierung gegründet. Sie genoss einen zweifelhaften Ruf, war zu Beginn des 19. Jahrhunderts dicht besiedelt und beherrscht von einer Gang, den Rocks Push“.

Antonella im Suez-Kanal
Antonella im Suez-Kanal

Der Suez-Kanal heißt wohl so, weil bei starkem Regen die ganzen Abfälle in einem reißenden Bach in das Hafenwasser gespült wurden. Hier lockten auch Mädchen Männer in die enge Gasse, die dann von der Gang ausgeraubt wurden.

In den 70gern sollten alle Häuser abgerissen werden und durch Wohnhochhäuser ersetzt werden. Dagegen regte sich der lokale Widerstand, so dass vieles noch erhalten ist. Mittlerweile sind „The Rocks“ bei Touristen sehr beliebt. Am Wochenende gibt es einen Food Market. Die Gentrifizierung hat hier also doch nicht Halt gemacht, es gibt jedoch immer noch einen hohen Anteil von Sozialwohnungen.

Darling Harbour

Allein der Name ist schön. Auch hier fahren viele Fähren ab, abends ist es voll, man kann ganz gut essen

Free Tour

Es gibt zwei Varianten der Free Tour, eine Tour mit Spaziergang und eine per Bus. Wir haben die erste gemacht. Alle Touren starten vom Hidepark, der Treffpunkt ist am Archibald-Brunnen, unsere Führerin war nett und kompetent, die Tour lohnenswert. Sie ist umsonst und am Ende zahlen alle, was es ihnen wert war.

Harbour Bridge

Man kann sie einfach zu Fuß überqueren, das dauert etwa 20-30 Minuten und wird mit tollen Aussichten belohnt, oder besteigen, das ist sündhaft teuer (etwa so viel wie ein Helikopterflug). Wir haben die erste Option gewählt.

Harbour-Bridge aus der Nähe
Harbour-Bridge aus der Nähe

Wie geht es weiter

Am Wochenende waren alle Hotels ausgebucht, für ein 2*-Zimmer hätte man ca. 300 australische $ zahlen müssen. Kurzentschlossen sind wir einfach an die Goldküste geflogen, mehr dazu im nächsten Post.

One thought on “Sydney, eine Lebensalternative

  1. Hey ihr zwei, echt spitzen Eindrücke von euren Stationen. Ich merke besonders bei Japan und Australien geht mit gerade das Herz auf. Ich hoffe auf einen dicken Abend mit Fosters und Sake, wenn ihr in ferner, ferner Zukunft wieder in der Heimat seid 🙂 Alles Beste und dicken Spaß Steffen

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